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Blog Hinter den Kulissen

Ja, ich arbeite mit KI – und die wichtigste Arbeit bleibt Handarbeit

Daniel Sattler am Bildschirm bei der Sichtung der Hochzeitsbilder – die Auswahl der Geschichte des Tages

KI ist in aller Munde, und bei kaum einem Thema höre ich so oft die leise Frage: Sind meine Bilder am Ende überhaupt noch echt? Das ist eine gute Frage – und sie verdient eine ehrliche Antwort. Also sage ich Euch genau, wo bei mir eine Maschine hilft und wo ausschließlich meine Hände arbeiten.

Ich sage Euch offen, wo KI bei mir hilft

Viele Fotografen sprechen nicht darüber. Ich mache es andersherum: Transparenz ist mir wichtiger als das Geheimnis um den Bearbeitungsstil. Ja, ich nutze ein KI-Werkzeug. Und der entscheidende Punkt daran ist nicht die Technik, sondern wofür ich sie einsetze und wofür eben nicht.

Bei mir hilft KI genau an einer Stelle: bei der Routine. Niemals bei einer Entscheidung, niemals beim Inhalt eines Bildes.

Ich denke dabei an ein Sandwich: Handarbeit am Anfang, Handarbeit am Ende, und dazwischen eine Aufgabe, die eine Maschine zuverlässig übernimmt. Anfang und Ende sind der Teil, der Euren Tag ausmacht. Genau der bleibt bei mir.

Die Auswahl bleibt Handarbeit – für immer

Der eigentliche Wert entsteht lange bevor irgendein Regler bewegt wird: bei der Auswahl. Aus allen Aufnahmen eines Tages die Geschichte zu legen – das ist Erinnerungsarbeit, keine Sortierarbeit. Und genau hier stößt jede Maschine an ihre Grenze.

Eine KI erkennt, welches Bild technisch sauber ist: scharf, gut belichtet, ordentlich komponiert. Was sie nicht erkennen kann, ist das, worauf es ankommt. Die KI war an Eurem Tag nicht dabei. Sie kennt die Menschen nicht, sie war nicht im Raum, als es still wurde.

Der Blick, der beim Ja-Wort mehr wiegt als das technisch beste Gruppenfoto. Die Hand der Mutter auf der Schulter, kurz bevor es losgeht. Ob so ein Moment bleibt oder aussortiert wird, entscheidet, wer dabei war und begriffen hat, was gerade passiert. Das war ich. Deshalb treffe ich diese Auswahl von Hand – jedes einzelne Bild – und werde sie immer von Hand treffen.

Wo die Maschine mir hilft: der Grundlook

Steht die Auswahl, kommt der eine Schritt, den ich guten Gewissens abgebe. Über all Eure Bilder legt sich ein einheitlicher Grundlook, damit die Reportage wie aus einem Guss wirkt. Diese Grundangleichung ist eine ehrliche Fleißarbeit – wiederkehrend, gleichförmig, über Hunderte Bilder hinweg.

Das Entscheidende: Ich arbeite mit einem KI-Modell, das auf meine eigene Bildbearbeitung trainiert ist. Es erfindet keinen fremden Stil und stülpt kein Fertig-Preset über Euren Tag. Es wendet meinen Look an – denselben, den ich sonst Bild für Bild von Hand angelegt hätte, nur schneller.

Die KI nimmt mir die Wiederholung ab, nicht die Handschrift. Der Stil bleibt meiner. Die Maschine sorgt nur dafür, dass er über alle Bilder gleich ruhig trägt.

Der Feinschliff kommt zurück in meine Hände

Nach dem Grundlook ist die Arbeit nicht fertig – sie kommt zurück zu mir. Ich gehe über jedes Bild: Bildausschnitt, Feinabstimmung, die letzte Kontrolle. Erst wenn ein Bild durch meine Hände gegangen ist, gehört es in Eure Galerie.

So schließt sich das Sandwich: Auswahl von Hand, Grundlook von der Maschine, Feinschliff wieder von Hand. Am Anfang und am Ende steht immer ein Mensch, der Euren Tag kennt.

Keep it real – Retusche mit klarer Grenze

Bleibt die Frage nach dem Wegretuschieren. Auch das mache ich, aber sparsam: Mein Anspruch ist, schon beim Fotografieren so sauber zu arbeiten, dass hinterher wenig zu tun bleibt. Wo doch ein störendes Element im Bild bleibt – ein grün leuchtendes Notausgangsschild etwa, das aus Sicherheitsgründen hängen muss und sich nicht wegräumen lässt – nehme ich es behutsam heraus.

Was ich nicht tue: etwas hinzuerfinden, das nie da war. Kein ausgetauschter Himmel, keine Menschen, die dazugerechnet werden, nichts Generatives. Mein Leitsatz dazu ist einfach:

„Ich rücke Dinge ins beste Licht – aber ich erschaffe nichts Neues. Keep it real."

Eure Erinnerung soll die Wahrheit dieses Tages tragen. Bearbeitung darf sie klären, niemals ersetzen.

Weniger Bilder, mehr Erinnerung

Aus all dem folgt eine Haltung, die manche überrascht: Ihr bekommt bei mir bewusst nicht alles. Mehr abzugeben wäre für mich einfacher – aber 3.000 Bilder schaut sich niemand je wieder an. Weniger ist ein Geschenk, keine Einschränkung.

Nach einem kompletten Hochzeitstag von acht bis vierzehn Stunden erhaltet Ihr 600 bis 900 handverlesene Bilder. Am Standesamt sind es je nach gebuchtem Paket 50 bis 150 Bilder im Ceremony Paket oder 200 bis 300 im Portrait Paket. Immer kuratiert, nie als Masse abgekippt.

Kuratieren heißt, das Wesentliche sichtbar zu machen, statt es in Tausenden Aufnahmen zu vergraben. Es ist dasselbe Prinzip, nach dem ich auch sonst arbeite – nachzulesen in meinen Gedanken zu weniger Programm, mehr Wirkung. Und es ist der Grund, warum am Ende ein gedrucktes Hochzeitsalbum mehr trägt als ein voller Speicherordner.

Fazit

KI ist bei mir ein Werkzeug für die Routine – für den einheitlichen Grundlook, den eine Maschine zuverlässig anlegt. Die Entscheidungen bleiben bei mir: welche Bilder Eure Geschichte erzählen, welcher Moment bleibt, was echt ist. Ihr wisst jetzt genau, was bei mir Maschine macht und was Handarbeit ist – und dass die wichtigste Handarbeit die Auswahl ist.

Wenn Ihr wollt, dass Euer Tag von jemandem festgehalten wird, der wirklich dabei ist – bevor, während und lange nach dem letzten Bild: Lasst uns persönlich kennenlernen. Zur Hochzeitsreportage & Leistungsübersicht